Rundbrief
- der zweite -
Ausgabe Oktober 2000

Energiepolitik
Strompreiserhöhungen bei der EAM

Seit gut zwei Jahren werden Verbraucherinnen und Vebraucher von Billigstromanbietern mit sinkenden Strompreisen zum Wechsel animiert. Nun steigen die Preise wieder - auch die der EAM. Medienwirksam wird als Erklärung die Ökosteuer und die gesetzlich vorgeschriebene Einspeisevergütung für regenerativ erzeugten Strom und Strom aus größeren Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen vorgeschoben. Diese Argumentation ist widersinnig und nicht nachvollziehbar, denn:

Mehrkosten durch die neue gesetzliche Regelung entstehen etwa für die EAM nur für den Ökostrom, der innerhalb ihres Versorgungsgebietes in das allgemeine Netz eingespeist wird. Durch eine neue bundesweite Umlagenregelung wird die EAM im Vergleich zu 1998 sogar entlastet - sie müßte die Preise also eher senken als anheben.

Zudem wird lediglich der Stromeinkauf für die EAM teurer. Die tatsächlichen Stromerzeugungskosten machen aber nur einen Bruchteil des Strompreises aus - ein wesentlich größerer Teil fließt in die Verwaltung bzw. in das Stromnetz. Beide Posten werden von den gesetzlichen Regelungen nicht berührt. Obendrein müssen die Kosten abgezogen werden, die den Energieversorgern sowieso für den Stromeinkauf entstanden wären. Von dieser Basis betrachtet ist eine derart deutliche Erhöhung des Strompreises für die Kunden, wie sie die EAM zur Zeit durchführt, nicht zu rechtfertigen.

Die Anhebung der Strompreise läßt sich viel eher auf die steigenden Preise für Öl und Gas, die Besteuerung der Rücklagen der Atomindustrie und die Tatsache zurückführen, daß die vorherigen Dumpingpreise nur dazu dienten, Kunden an die Unternehmen zu binden. Die Konzentrationsprozesse, die den Strommarkt im letzten Jahr prägten, sind jetzt abgeschlossen: durch diesen "Quasi-Monopolismus" und die geringe Anzahl von Kunden, die ihren Stromanbieter gewechselt haben, ist es für die Unternehmen leicht, ihre Marktmacht zur Wieder-Anhebung der Strompreise zu nutzen.

Durch die fadenscheinige Argumentation der großen Stromversorger soll der Zorn der Bevölkerung gegen eine sinnvolle und nachhaltige Strompolitik mobilisiert werden. Sie ist ein Beweis dafür, wie wenig Interesse von Seiten der Stromindustrie an einer ökologischen Energiepolitk besteht.

Was bleibt? Zeigen Sie Politik und Stromkonzernen die rote Karte. Helfen Sie mit, mehr Menschen für den persönlichen Atomausstieg und den Wechsel zu Stromversorgern, die für die Energiewende stehen, zu gewinnen!

Wer Informationen zum Thema erneuerbare Energien oder zum Stromwechsel sucht, findet vielleicht mit den hier genannten zwei Veranstaltungen und/oder dem Buchtipp das Richtige:


Veranstaltungstipps
Sonne, Wind & Co

1. Photovoltaik in der Region Göttingen
- Erfahrungen und Perspektiven -

Diese Veranstaltung der ReinStrom AG ist ein Muß für alle Solarenergiefreunde in und um Göttingen. Folgendes Programm ist geplant:

1. Vorträge

Rainer Hinrichs-Rahlwes, Bundesumweltministerium: Klimaschutz durch erneuerbare Energien - Auf dem Weg ins solare Zeitalter
Wolf-Dieter Hasenclever, Eurosolar: Die Förderpolitik der Bundesregierung auf dem Prüfstand
Karl-Heinz Lawrenz, Firma Öcotronik: Stand und Entwicklungstendenzen der Technik
Helmut Illie, Steuerberater: Wirtschaft-liche Aspekte der Solarenergienutzung
Dieter Seifried, "Fesa"-Freiburg:Der Weg zum Bürgersolarkraftwerk
Ingo Voges, ReinStrom: Vorstellung des Projekts "Bürgersolarkraftwerk Göttingen"

2. Diskussionsgruppen

In den von den Referenten geleiteten Diskussionsgruppen ist ein Erfahrungsaustausch und die Behandlung speziellerer Fragestellungen möglich.

3. Ausklang mit einer Solarrunde für Unentwegte in gemütlichem Rahmen

    Wann?   11.11.00, 1430 bis 1900 Uhr
    Wo?       Corvinus-Gemeinde Göttingen,  Grotefendstr. 36 (Göttingen)

Der ideale Tipp für Freunde und Bekannte, die noch Fragen zum Stromwechsel haben:


2. Umsteigen Jetzt - Aber wie?

Der Stromwechsel bietet die Chance, den erneuerbaren Energien einen entscheidenden Anteil an der Stromproduktion zu sichern. In dieser Veranstaltung möchten wir Sie informieren, was sich alles seit der Liberalisierung des Strommarktes geändert hat, wie die Stromversorgung hier in Göttingen aussieht und wie Sie sicher sein können, daß Ihr Strom auch wirklich "grün" ist. Außerdem geht es um den"Stromwechsel praktisch": Was muß ich tun, um zu wechseln? Wie gehts dann weiter? Wer ist für Probleme zuständig? Und wie teuer ist Ökostrom denn nun wirklich?

    Wann?   1.11.00, 19 00 Uhr
    Wo?       Universität Göttingen, ZHG 004

Veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Grünen Hochschulgruppe Göttingen


Buchtipp
Zur Energiewende noch Fragen?

Fundierte Hintergrundinformationen zu Technik, Förderungen und Marketinginstrumenten rund um alle "Erneuerbaren" bietet das "Solarbuch". Die Kombination von Graphik und erläuterndem Text ist hilfreich, um auch komplexe Sachverhalte verständlich zu machen. Daß die Energiewende jetzt bereits begonnen hat, es aber noch viel Arbeit bedarf, um ihr zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen - das ist das Fazit der anregenden Lektüre eines Buches, das zu einem neuen Klassiker zu werden verspricht.

W. Witzel/ D. Seifried: Das Solarbuch. Fakten, Argumente, Strategien. Ökobuch-Verlag. Ersch. April 2000. Preis: 29,90 DM             ISBN: 392296480X.


Wohnungs- und Stromwechsel
Vorsicht! Die Umzugs- Falle

Neue Wohnung - neues Glück: Ein Umzug ist für viele Menschen Anlaß, endgültig den Stromversorger zu wechseln.

Leider gibt es aber gerade beim Umzug immer wieder Schwierigkeiten. Grund dafür ist eine rechtliche Bestimmung aus dem Jahr 1979. Diese besagt nämlich nach Auffassung der "alten Monopolisten", daß mit dem ersten Einschalten des Lichtschalters in der neuen Wohnung, mit dem ersten Kaffeekochen, kurz, mit dem Bezug einer einzigen Kilowattstunde, automatisch ein neuer Vertrag mit dem Lieferanten vor Ort geschlossen wird.

Automatisch heißt in diesem Fall, daß die KundInnen nicht ausdrücklich vorher informiert werden müssen, der Vertrag kommt ohne daß eine Unterschrift geleistet worden ist durch den Bezug des Stroms zustande. Problematisch ist dies vor allem durch die lange Kündigungsfrist dieses Vertrages: die Erstlaufzeit beträgt nämlich immer ein Jahr. Erst danach ist ein Wechsel wieder möglich.

Was ist also bei einem Umzug zu tun?
Wenn Sie umziehen wollen, sollten Sie sich mindestens vier Wochen vor dem Umzug bei uns melden und einen neuen Vertrag abschließen. Dabei sollten Sie uns, wenn möglich, die Zählernummer Ihres neuen Zählers und den Namen Ihres Vormieters mitteilen. Von Vorteil ist es außerdem, wenn Sie Ihren örtlichen Versorger, also etwa die EAM, ebenfalls über den Wechsel des Versorgers in der neuen Wohnung informieren.

Wenn Sie in eine neue Wohnung oder ein neu erbautes Haus ziehen, muß die Anmeldung für den Wechsel ab Inbetriebnahme des Hausstromzählers erfolgen - also meist vor dem Einzug.

Welche Regelungen gelten für die, die bereits bei uns KundInnen sind?
Leider müssen Sie uns ebenfalls vier Wochen vor Ihrem Umzug informieren. Bitte teilen Sie uns das Datum Ihres Auszugs und das Ihres Neueinzuges mit.

... und wie sieht es bei WGs aus?
Wenn der Rechnungsempfänger aus der WG auszieht: rechtzeitig bei uns melden, am besten ebenfalls vier Wochen vor dem Auszug. Neue Rechnungsempfänger müssen neuen Vertrag unterschreiben und angemeldet werden. Einfacher wird es, wenn alle WG-Mitglieder den Vertrag unterschreiben. Dann ist nur eine formlose Mitteilung an den neuen Versorger nötig.


Was schenke ich nur ... ?
Neue Energien für Freunde und Bekannte

Wer kennt das nicht: der Geburtstag des netten Bekannten rückt immer näher, eine Arbeitskollegin hat 25jähriges Firmenjubiläum, Weihnachten ist nicht mehr weit... und immer noch will sich keinerlei Geschenkidee einstellen.

Da haben wir jetzt die ultimative Lösung: Verschenken Sie doch einfach mal neue Energie! Setzen Sie Ihre Bekannten unter Strom! Und das natürlich mit Ökostrom: Durch unsere Geschenkgutscheine wird das jetzt für jedermann und -frau möglich. Der Geschenkgutschein garantiert die Einspeisung ökologisch erzeugten Stroms in Höhe der verschenkten Kilowattstundenanzahl und ermöglicht, daß wieder neue Anlagen in Göttingen ans Netz gehen! Wir informieren Sie gerne näher.

Gleich Infomaterial bestellen oder Anmeldeformular ausfüllen.

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Die graphische Gestaltung durch Dipl.-Geogr. Grit Büttner, Dipl.-Ing. (FH) Kathleen Langner und Dipl.-Ing. Marion Putz erfolgte am Institut für allgemeine und angewandte Ökologie e.V. Hardegsen.