Rundbrief
Ausgabe Dezember 2000

Erste Erfolgsbilanz
500.000 Kilowattstunden und kein Ende in Sicht?

Ja, in der Tat: bereits 500.000 Kilowattstunden umweltfreundlicher Strom fließen durch das Stromnetz Südniedersachsens, weil Sie sich als Kundinnen und Kunden aktiv für die Energiewende hier in der Region einsetzen! Insgesamt konnten wir bis zum 1. Dezember 250 Haushalte und Gewerbebetriebe als Kunden gewinnen. Daß es nicht mehr sind, mag den ein oder anderen verwundern, aber auch bundesweit haben sich bisher nur etwa 2% der Bevölkerung für Ökostrom entschieden. Ursache ist nicht zuletzt die Blockade- und Verhinderungstaktik der "alten Monopolisten": Mit überhöhten Netznutzungsgebühren, langwierigen Vertragsverhandlungen, irreführender Informationspolitik und Dumpingpreisen ist es den herkömmlichen Stromunternehmen gelungen, viele Menschen von einem Wechsel abzuhalten. Nur noch vier große Verbundunternehmen beherrschen den Strommarkt und setzen alles daran, weiterhin Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken gewinnbringend abzusetzen. Beispiel dafür ist die E.ON-Energie AG, die durch eine aggressive Werbekampagne das Bild vom "sauberen Strom" zu vermitteln versucht: E.ON versorgt ein Drittel der bundesdeutschen Bevölkerung mit Strom, auch die Region Göttingen, denn die EAM bezieht 97% ihres Strom von E.ON. Und dieser stammt zu 51% aus Atomkraft.

Daß es auch anders geht, konnten wir am 17. März mit der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage auf dem Dach der KFZ-Werkstatt Rad&Tat in Göttingen zeigen. Am 3. Juli ging dann ein zweites von uns gefördertes Blockheizkraftwerk (Standort: Hardegsen) ans Netz. Im nächsten Jahr werden wir ein weiteres BHKW (Standort: Firma "Aktiv-Druck") sowie eine Erweiterung der Solarstrom-anlage bei Rad&Tat fördern können. Darüber hinaus planen wir die Inbetriebnahme einer kleinen Laufwasserkraftanlage und engagieren uns im Bereich Biogas, in dem noch ein großes und leider im Raum Göttingen bisher unerschlossenes Potential steckt.

Eine ganze Reihe weiterer Themen und Aktivitäten haben uns über die konkrete Förderung von Anlagen hinaus beschäftigt, so z.B. die Veranstaltung "Photovoltaik in der Region Göttingen - Erfahrungen und Perspektiven" oder unser Engagement gegen die Schließung der Göttinger Energieberatungsstelle. Als Fazit unserer Arbeit bleibt, gerade auch nach dem Scheitern der Klimakonferenz in Den Haag, daß ein Engagement von unten für den Umweltschutz dringend notwendig ist:

Zeigen Sie Politik und Stromkonzernen die rote Karte. Helfen Sie mit, mehr Menschen für den persönlichen Atomausstieg und den Wechsel zu Stromversorgern, die für die Energiewende stehen, zu gewinnen!


Solarstrom
Projekt "Solarzwilling"-Sonnenenergie für Nord und Süd

Tansania im Jahr 2005: Draußen ist es jetzt dunkel, doch im Gemeinschaftshaus am Marktplatz des Dorfes herrscht - wie beinah jeden Abend - reger Betrieb. Heute geht es etwa in einem Seminar um "Bankwesen und Kleinkredite nach indischem Vorbild". Und in einem Nebenraum besucht eine Gruppe junger Studierender per Internet einen Fortbildungskurs der Universität Göttingen zu bodenschonenden Anbaumethoden in den Tropen. Außerdem bietet eine Ärztin Beratungen zu sicheren Methoden der Empfängnisverhütung an. Möglich wird das alles durch die Solarstromanlage auf dem Dach des Gemeinschaftshauses, denn einen Stromanschluß hat das Dorf nicht. Tagsüber, wenn die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner bei der Arbeit sind, erzeugt die Anlage Strom, der in Batterien gespeichert wird und die Elektrizitätsversorgung des Gebäudes in den Abendstunden sichert.

Göttingen im Dezember 2000: Startschuß für das Projekt "Solar-Zwilling": Bürgerinnen und Bürger in Südniedersachsen tragen durch größere und kleinere Beträge zum Bau einer Solarstrom-anlage bei. Die Anlage soll jedes Jahr ein Stück größer werden. Mehr und mehr umweltfreundlicher Strom für Haushalte in Göttingen und Umgebung wird so erzeugt. Gleichzeitig hilft das Projekt mit, daß in Tansania Solarstrom fließen kann, wie es in dem Beispiel beschrieben wurde. Denn die mit der Einspeisung des Stroms erzielten Einnahmen gehen direkt in die Förderung einer Solarstromanlage in einem Entwicklungsland. Die Anlage hier sorgt so dafür, daß dort eine "Zwillings-Anlage" gebaut wird. Getragen wird das Projekt vom EnergieWende Komitee Göttingen e.V. und organisatorisch betreut von der ReinStrom AG, die auch Ansprechpartnerin für alle Interessierten ist.

Wie soll das Projekt "Solar-Zwilling" praktisch umgesetzt werden? Zuerst einmal braucht man hier ein Dach - und am besten das Dach eines öffentlichen Gebäudes, das gut zu sehen ist. So können viele Menschen die Entwicklung der Solarstromanlage verfolgen. Gut geeignet wären zum Beispiel ein Schwimmbad oder ein Veranstaltungsgebäude. Am Anfang wird dann eine kleinere Anlage gebaut, die bereits soviel Strom produziert wie ein kleiner Haushalt in einem Jahr verbraucht. Schritt für Schritt kann diese Anlage dann vergrößert werden und wächst so im Laufe der Jahre zu einer großen Anlage heran. Dabei wird durch eine Schautafel ständig dokumentiert, wieviel Strom gerade produziert wird und wohin das Geld aus dem Stromverkauf fließt.

Erweitert werden kann die Solarstromanlage hier immer dann, wenn durch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger genug Geld zusammengekommen ist. Dabei reichen kleine Beiträge des Einzelnen aus: denkbar ist etwa, an bestimmten Tagen bei Veranstaltungen 50 Pfennig pro verkaufter Eintrittskarte in den Spendentopf zu geben oder Anlagenbesichtigungen anzubieten, die etwa von SchülerInnen, die sich an Projekttagen mit dem Thema beschäftigen, durchgeführt werden könnten.

Sobald wie möglich soll das Projekt ins Rollen gebracht werden: Wenn Sie sich für den "Solar-Zwilling" genauso begeistern können wie wir, rufen Sie uns an, faxen Sie uns oder schreiben Sie uns eine e-mail. Wir informieren Sie gerne weiter über das Projekt und wie Sie sich beteiligen können.


Ökostrom für Freunde und Bekannte
Geschenkidee fürís Weihnachtsfest gesucht?

Weihnachten ist nicht mehr weit... und Sie sind noch auf der Suche nach Geschenkideen? Da haben wir einen Tipp für Sie: Verschenken Sie doch einfach mal neue Energie! Vielleicht eine gute Idee, werden Sie sagen, aber:

Wie funktioniert das?
ReinStrom bietet in Zusammenarbeit mit den Elektrizitätswerken Schönau einen Zusatzvertrag an, der unabhängig von bestehenden Stromverträgen abgeschlossen wird. Sie investieren in eine von Ihnen festgelegte Strommenge, für deren umweltfreundliche Produktion wir garantieren. Haben Sie 1000 kWh bestellt, werden diese ins Netz eingespeist und verdrängen so 1000 kWh Atom- oder Kohlestrom.

Und wieviel kostet das? (Die folgenden Angaben sind NICHT mehr von 2000, sondern sind aktuell, ab Januar 2008!)
Sie zahlen lediglich auf ein Förderkonto einen zusätzlichen Arbeitspreis von 4,64 Cent/kWh (brutto). Das macht z.B. bei 500 Kilowattstunden 23,20 Euro.

Und was bringt das?
In dem Tarif sind 3,48 Cent/kWh für die Förderung regionaler Anlagen enthalten. Mit Ihrem Beitrag wird eine zusätzliche Vergütung von regenerativ erzeugtem Strom aus neuen Anlagen in der Region Göttingen ermöglicht - durch Ihren Kauf schaffen Sie also die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Aufbau einer umweltverträglichen, dezentralen Stromproduktion in der Region.

Übrigens:
Sie sind Stromkunde der EAM und haben den VARIO-Tarif? Und Sie wollen trotzdem Ökostrom? Und der Ökostrom darf nicht zu teuer sein? Kein Problem! Der hier beschriebene Zusatzvertrag bietet auch Ihnen die Möglichkeit, die Energiewende in der Region unbürokratisch und effizient voranzubringen!

Und was muß ich tun?
Wenn Sie Interesse haben, fordern Sie bei uns unverbindlich ein Vertragsformular an, das wir Ihnen dann mit einer schmucken Verschenk-Urkunde zusenden. Auf dieser können Sie den Namen des Beschenkten sowie die Anzahl der verschenkten Kilowattstunden eintragen.

Gleich Infomaterial bestellen oder Anmeldeformular ausfüllen.

Der Stromwechsel für eine
regionale und umweltfreundliche
Stromproduktion!

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Die graphische Gestaltung durch Dipl.-Geogr. Grit Büttner, Dipl.-Ing. (FH) Kathleen Langner und Dipl.-Ing. Marion Putz erfolgte am Institut für allgemeine und angewandte Ökologie e.V. Hardegsen.